Eine gut strukturierte Dokumentenbibliothek ist entscheidend, damit Mitarbeitende Dateien schnell finden, Informationen zuverlässig verwalten und effizient zusammenarbeiten können. In vielen Unternehmen werden Dokumente ausschließlich in einer tief verschachtelten Ordnerstruktur abgelegt. Das funktioniert bei überschaubaren Datenmengen, wird jedoch mit zunehmender Anzahl an Dateien und Teams häufig unübersichtlich.
SharePoint-Metadaten bieten eine flexible Alternative: Statt Dokumente ausschließlich über ihren Speicherort zu organisieren, werden sie anhand beschreibender Eigenschaften wie Dokumenttyp, Abteilung, Projekt, Status oder Erstellungsdatum kategorisiert. Dadurch lassen sich Inhalte gezielter filtern, sortieren und in unterschiedlichen Ansichten darstellen.
Was sind Metadaten in SharePoint?
Metadaten sind strukturierte Informationen, die ein Dokument näher beschreiben. Sie beantworten beispielsweise die Fragen, zu welchem Projekt eine Datei gehört, welche Abteilung dafür verantwortlich ist und welchen Bearbeitungsstatus sie hat.
In einer SharePoint-Dokumentbibliothek können solche Informationen über Spalten abgebildet werden. Je nach Anwendungsfall kommen unterschiedliche Spaltentypen zum Einsatz, darunter Textfelder, Auswahlfelder, Datumsfelder, Ja/Nein-Felder oder verwaltete Metadaten aus dem zentralen Term Store.
Ein Dokument kann dadurch mehreren fachlichen Kategorien zugeordnet werden, ohne dass es in mehrere Ordner kopiert werden muss.
Ordnerstruktur oder Metadaten: Was ist sinnvoller?
Ordner sind nicht grundsätzlich schlecht. Sie bieten eine vertraute Orientierung und eignen sich beispielsweise für klar abgegrenzte Projektbereiche oder unterschiedliche Berechtigungsräume. Probleme entstehen vor allem dann, wenn die Ordnerstruktur zu tief wird oder Dateien gleichzeitig mehreren Kategorien zugeordnet werden sollen.
Metadaten ermöglichen dagegen eine flexible Klassifizierung. Ein Vertrag kann beispielsweise dem Einkauf, einem bestimmten Lieferanten, einem Projekt und einem Vertragsstatus zugeordnet werden. Nutzer können die Bibliothek anschließend nach diesen Eigenschaften filtern.
| Kriterium | Ordnerstruktur | Metadaten |
|---|---|---|
| Orientierung | Vertraut und hierarchisch | Über Eigenschaften und Ansichten |
| Mehrfachzuordnung | Häufig durch Kopien oder Verknüpfungen | Über mehrere Metadatenwerte möglich |
| Filtern und Sortieren | Begrenzt auf die jeweilige Ordnerstruktur | Flexibel nach definierten Spalten |
| Pflegeaufwand | Kann bei vielen Unterordnern steigen | Benötigt klare Regeln für die Klassifizierung |
| Berechtigungen | Gut für die Abgrenzung bestimmter Bereiche geeignet | Metadaten ersetzen keine Berechtigungen |
| Auffindbarkeit | Abhängig vom richtigen Ablageort | Unterstützt gezielte Suche und Filterung |
In der Praxis ist häufig eine Kombination am sinnvollsten: wenige, logisch begründete Ordner und ergänzende Metadaten für die fachliche Einordnung.
So planen Sie eine metadatenbasierte Dokumentenbibliothek
1. Dokumenttypen und Anwendungsfälle analysieren
Bevor Sie Spalten anlegen, sollten Sie untersuchen, welche Dokumente in der Bibliothek gespeichert werden und wie Mitarbeitende diese später finden möchten.
Typische Fragen sind:
- Welche Dokumentarten gibt es?
- Welche Informationen werden regelmäßig benötigt?
- Nach welchen Kriterien suchen Mitarbeitende?
- Welche Dokumente gehören zu Projekten, Kunden oder Abteilungen?
- Welche Eigenschaften müssen für Freigaben oder Prüfungen erfasst werden?
Vermeiden Sie es, jede denkbare Information als Metadatum abzubilden. Zu viele Pflichtfelder erhöhen den Pflegeaufwand und können dazu führen, dass Nutzer ungenaue oder unvollständige Angaben machen.
2. Sinnvolle Metadatenspalten definieren
Wählen Sie die Spalten anhand der tatsächlichen Anforderungen aus. Für eine allgemeine Unternehmensbibliothek könnten folgende Eigenschaften sinnvoll sein:
| Metadatum | Spaltentyp | Beispiel |
|---|---|---|
| Dokumenttyp | Auswahl | Vertrag, Angebot, Protokoll |
| Abteilung | Auswahl oder verwaltete Metadaten | Einkauf, Vertrieb, Personal |
| Projekt | Text, Auswahl oder Nachschlagefeld | Projekt Alpha |
| Status | Auswahl | Entwurf, In Prüfung, Freigegeben |
| Verantwortlich | Person | Zuständige Mitarbeiterin oder zuständiger Mitarbeiter |
| Gültig bis | Datum | 31.12.2027 |
Die konkreten Felder sollten zur Organisation passen. Für häufig wiederkehrende Begriffe können verwaltete Metadaten helfen, einheitliche Bezeichnungen sicherzustellen und unterschiedliche Schreibweisen zu vermeiden.
3. Spalten in SharePoint erstellen
Öffnen Sie die gewünschte SharePoint-Dokumentbibliothek und wechseln Sie zur Bibliotheksansicht. Über die Funktion zum Hinzufügen einer Spalte können Sie beispielsweise Auswahl-, Datums- oder Personenspalten anlegen.
Definieren Sie für jede Spalte einen verständlichen Namen und legen Sie fest, ob ein Wert erforderlich ist. Pflichtfelder sollten nur dort eingesetzt werden, wo die Information tatsächlich benötigt wird.
Wenn Begriffe organisationsweit einheitlich verwendet werden sollen, prüfen Sie, ob verwaltete Metadaten und ein zentral gepflegter Begriffsspeicher für Ihre Umgebung geeignet sind.
4. Ansichten für verschiedene Nutzergruppen einrichten
Metadaten entfalten ihren Nutzen erst dann vollständig, wenn Anwender damit arbeiten können. Erstellen Sie deshalb gezielte Bibliotheksansichten für typische Aufgaben.
Beispiele:
- Verträge: Gruppierung nach Vertragsstatus oder Abteilung
- Projektunterlagen: Filter nach Projekt und Dokumenttyp
- Offene Prüfungen: Anzeige von Dokumenten mit dem Status „In Prüfung“
- Fristen: Sortierung nach dem Feld „Gültig bis“
Eine passende Ansicht kann die Orientierung erheblich verbessern, ohne dass Dateien verschoben oder mehrfach gespeichert werden müssen.
5. Bestehende Dokumente schrittweise klassifizieren
Bei einer bereits umfangreichen Bibliothek sollten Sie die Einführung nicht allein auf neue Dateien beschränken. Planen Sie, wie vorhandene Dokumente nachträglich mit Metadaten versehen werden.
Beginnen Sie mit einem abgegrenzten Bereich oder einer repräsentativen Dokumentgruppe. Prüfen Sie anschließend, welche Eigenschaften zuverlässig ermittelt werden können und wo eine manuelle Prüfung notwendig bleibt.
Für große Bestände können standardisierte Import- oder Automatisierungsverfahren infrage kommen. Vor Änderungen in größerem Umfang sollten Sie die Datenqualität, die Berechtigungen und die Wiederherstellbarkeit überprüfen.
Best Practices für die tägliche Nutzung
Eine gute Metadatenstruktur ist nicht nur eine technische Konfiguration. Sie benötigt klare Regeln für Pflege und Nutzung.
Halten Sie die Struktur verständlich. Verwenden Sie eindeutige Spaltennamen und beschränken Sie die Anzahl der Felder auf Informationen, die einen erkennbaren Nutzen haben.
Vermeiden Sie uneinheitliche Werte. Wenn dieselbe Abteilung einmal als „IT“, einmal als „Informationstechnik“ und einmal als „IT-Abteilung“ eingetragen wird, werden Filter und Auswertungen unnötig kompliziert. Auswahlfelder oder verwaltete Metadaten können diese Unterschiede reduzieren.
Planen Sie Berechtigungen unabhängig von Metadaten. Ein Feld wie „Vertraulich“ schützt ein Dokument nicht automatisch vor unberechtigtem Zugriff. Vertrauliche Inhalte müssen durch passende SharePoint-Berechtigungen und geeignete Governance-Regeln geschützt werden.
Berücksichtigen Sie Ansichten und große Bibliotheken. Definieren Sie sinnvolle Filter und Ansichten und testen Sie die Struktur mit realistischen Datenmengen. Bei großen Bibliotheken sollten insbesondere die SharePoint-Grenzwerte für Ansichten und die Gestaltung der Filter berücksichtigt werden.
Schulen Sie die Anwender. Erklären Sie, welche Metadaten verpflichtend sind, wie Begriffe verwendet werden und welche Ansichten für bestimmte Aufgaben vorgesehen sind.
Wann sollten Sie Ordner weiterhin verwenden?
Metadaten ersetzen nicht jede Ordnerstruktur. Ordner können weiterhin sinnvoll sein, wenn sie eine klare fachliche oder organisatorische Trennung abbilden, etwa für abgegrenzte Projektbereiche oder wenn bestehende Arbeitsabläufe ausdrücklich auf einer hierarchischen Navigation beruhen.
Eine hybride Struktur ist oft besonders praktikabel: wenige Hauptordner für die grundlegende Organisation, ergänzt durch Metadaten für Filterung, Klassifizierung und unterschiedliche Ansichten.
Entscheidend ist, dass die Struktur nicht unnötig kompliziert wird und Nutzer Dokumente zuverlässig ablegen und wiederfinden können.
Fazit: Mit SharePoint-Metadaten Dokumente flexibler organisieren
Eine durchdachte Metadatenstrategie kann die Auffindbarkeit von Dokumenten verbessern, redundante Ablagen reduzieren und die Zusammenarbeit erleichtern. Voraussetzung sind eine klare Planung, konsistente Begriffe, sinnvolle Ansichten und ein abgestimmtes Berechtigungskonzept.
Unternehmen, die ihre Dokumentenverwaltung systematisch weiterentwickeln möchten, sollten ihre bestehenden Ablagestrukturen und Arbeitsprozesse zunächst analysieren. Auf dieser Grundlage lässt sich entscheiden, welche Ordner erhalten bleiben, welche Metadaten erforderlich sind und wie sich die Einführung möglichst reibungslos umsetzen lässt.
Häufig gestellte Fragen zu SharePoint-Metadaten
Was sind SharePoint-Metadaten?
SharePoint-Metadaten sind Eigenschaften, die Dokumente beschreiben, beispielsweise Dokumenttyp, Abteilung, Projekt, Status oder Gültigkeitsdatum. Sie helfen dabei, Dateien zu klassifizieren, zu filtern und schneller wiederzufinden.
Sind Metadaten besser als Ordner?
Das hängt vom Anwendungsfall ab. Metadaten sind besonders hilfreich, wenn Dokumente nach mehreren Kriterien organisiert werden sollen. Ordner eignen sich weiterhin für eine klare hierarchische Struktur. Häufig ist eine Kombination beider Methoden sinnvoll.
Wie füge ich Metadaten zu einer SharePoint-Bibliothek hinzu?
Öffnen Sie die Dokumentbibliothek, wählen Sie die Funktion zum Hinzufügen einer Spalte und legen Sie den passenden Spaltentyp fest. Anschließend können Sie die Metadaten für vorhandene und neue Dokumente pflegen.
Was sind verwaltete Metadaten in SharePoint?
Verwaltete Metadaten basieren auf zentral gepflegten Begriffen und Begriffssätzen. Sie helfen Organisationen, einheitliche Bezeichnungen zu verwenden und Dokumente konsistent zu klassifizieren.
Können Metadaten SharePoint-Berechtigungen ersetzen?
Nein. Metadaten dienen der Beschreibung und Organisation von Inhalten. Zugriffsrechte müssen separat über das Berechtigungsmodell von SharePoint und die zugehörigen Governance-Regeln geregelt werden.
Wie lassen sich Metadaten für bestehende Dokumente ergänzen?
Bestehende Dokumente können direkt in der Bibliothek klassifiziert werden. Bei großen Beständen können zusätzlich geeignete Import- oder Automatisierungsverfahren eingesetzt werden. Änderungen sollten zunächst in einem begrenzten Bereich getestet werden.
Welche Metadaten sind für eine Dokumentenbibliothek sinnvoll?
Häufig sind Dokumenttyp, Abteilung, Projekt, Status und Verantwortlichkeit hilfreich. Die Auswahl sollte sich an den tatsächlichen Such- und Arbeitsabläufen orientieren, statt möglichst viele Felder einzuführen.



